Bahnhofswald Flensburg: Stadt-Zuschuss für Besetzer-Radio?

Meinung von Willi Schewski, Inhaber Schewski Media. Wer die „Berichterstattung von Freies Radio Fratz insbesondere bei Twitter (https://twitter.com/RadioFratz) unter die Lupe nimmt, wird nur zu dem Ergebnis kommen, dass der Sender unkritisch und einseitige Berichterstattung zur Unterstützung der Besetzter macht. Ich gehe noch einen Schritt weiter: ich nenne es Besetzer-Radio. 

Man muss kein Jurist sein: Die Besetzung des Bahnhofswaldes IST illegal und es ist eine Frage der Zeit, bis die Eigentümer eine gerichtlich angeordnete Räumung durchsetzen werden.

Wenn wir bei Twitter lesen „Es ist wohl nie zu spät, ein Projekt nachhaltig zu retten.“, ist es wohl eindeutig, auf welcher „Seite“ das „Freie“Radio Fratz steht.

Zunächst: es ist völlig legitim, dass Freies Radio Fratz einseitig berichtet, es gehört zu einer Demokratie und dem Pluralismus dazu, sich mit einer Sache (hier: die der Besetzer!) gemein zu machen.

Es hat, im Falle Freies Radio Fratz, ABER ein bitteres Nach-Geschmäckle: Das Kultur-Projekt wird von der Stadt Flensburg bezuschusst.

Der Finanzausschuss hatte Oktober 2019 auf Antrag der Ratsfraktionen von Grünen und SPD mit großer Mehrheit eine Förderung in Höhe von 22.000 Euro für die laufenden Kosten des Freien Radios bewilligt.

Wie hatte der Geschäftsführer Felix Ruttkowski vor einem Jahr gesagt: „Das Freie Radio versteht sich als Plattform für alle, die hier aktiv sein wollen, seien es Sportvereine, Schlagerfans, Stadtteilinitiativen, Kulturschaffende oder was auch immer. So werden wir der Stadt Flensburg viel zurückgeben können. Ein Freies Radio kann die Region beleben und auch nach außen attraktiver machen“.

Wenn die Attraktivität darin besteht, Besetzer-Radio zu bezuschussen, läuft hier etwas schief.

Um es klar zu stellen: Es wird in diesem Text NICHT Stimmung für die Eigentümer und Hotel-Projekt-Planer gemacht auch nicht gegen das Radio. Alles was im Zusammenhang mit dem Hotelneubau an der Bahnhofsstraße steht, ist zu hinterfragen, der Sinn des Projektes ist, auch aus Sicht des Verfassers fragwürdig. Das Verhalten aller Beteiligen des Rates der Stadt Flensburg, der Politiker und der Verwaltung der Stadt Flensburg ist fragwürdig.

Und es ist aber AUCH fragwürdig, wie die Stadt Flensburg eben jenes Kulturprojekt „Freies Radio Fratz“ mit einem nicht geringen Betrag bezuschusst, die, aus meiner Sicht Besetzer-Radio betreiben.

Ein, aus meiner Sicht, indirekter Zuschuss für PR für die Besetzer, die illegal ein Grundstück von anderen (hier: Investoren) in Beschlag nehmen, muss hinterfragt und geklärt werden.

Es geht in meiner Kritik nicht um das Projekt Radio Fratz ingesamt sondern einzig auf die einseitige und komplett unkritische Berichterstattung über eine illegale Besetzung. Hier darf der Radiohörer,. der einen bezuschussten Sender lauscht und dessen Berichte in Social Media beguckt, mehr Differenzierung erwarten.

Ein Pro-Besetzer-Radio braucht keine Förderung durch die Stadt Flensburg von 22.000 Euro!

MEINUNG 2 von Willi Schewski, unabhängiger Fotojournalist:

Es ist schon interessant: Jetzt unabhängig von den Folgen der Klimaerhitzung und welcher Einfluß der Bahnhofswald auf das Klima in Flensburg hat und darüber hinaus welcher (Un-) Sinn der Bau eines Hotels und eines Parkhauses an der Stelle an der Bahnhofsstraße hat:

Fakt ist, die Besetzung des Geländes und einiger Bäume ist gesetzwidrig geschehen. Und dann solidarisiert sich die „Bürgerinitiative Bahnhofsviertel Flensburg“ mit den mutmaßlichen Gesetzesbrechern in trauter Einigkeit und verteilen Flyer an vorbeiziehende Bürger und Interessierte und führen Gespräche.

Und dann solidarisiert sich da auch noch die Flensburger LINKE in ebenso trauter Einigkeit mit den Besetzern und zeigen ihre Solidarität nebst proaktiven Artikel im Blog AKOPOL.

Noch einmal: Man kann sich über den Sinn des Baues eines Hotels und eines Parkhauses an der Stelle, wo die Besetzer / Klimaaktivisten sich lt. shz „häuslich eingerichtet“ haben und sagen, „Wir sind gekommen, um zu bleiben“ streiten – auch über das unrühmliche Verhalten des Flensburger Rates, das der Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange, man kann sie alle, die für den Bau gestimmt haben und für die Abwicklung verantwortlich sind kritisieren – ja man darf auch die Investoren scharf angreifen, man darf ihnen Profitgier unterstellen – man darf alles.

ABER: Die Investoren sind Eigentümer des Geländes, die Besetzung des Geländes geschieht illegal und gesetzwidrig und nun solidarisieren sich Politiker und Mitglieder einer Bürgerinitiative mit Gesetzesbrechern. Ist das seriös?

Und, wie ist das denn so mit dem Recht und der Recht-haberei? Wer macht sich hier mit wem gemein?

Nochmal, alles ist zu hinterfragen, auch wer mutmaßliche Gesetzesbrecher unterstützt ist zu hinterfragen.

Doch: wer stellt diese Fragen?

#BaWableibt #boomdorp #Presxsefreiheit #Meinungsfreiheit

p.s. Reaktion eines Besetzers (via Twitter):
„Wenn du privat für die Vernichtung von Lebensgrundlagen bist, ist es eine Sache, aber daraus billige Hetze zu machen entspricht auch nicht gerade journalistischen Grundsätzen.“ Zitat ein Wald-Besetzer/“Klima“Aktivist via Twitter (Person gesperrt!)