BR-Doku über den ehemalig besetzten Bahnhofswald in Flensburg & weitere Infos & Hintergründe

Vor Kurzem lief eine Reportage im BR unter dem Titel „Baumbesetzung als Protest: Warum? Und wie hart ist das? || PULS Reportage“. Mehr als 155ts Klicks erreichte diese bei YouTube. Hierzu ein paar Anmerkungen: Aus dem Off diese, korrekte Darstellung: „Ich befinde mich hier mitten in Flensburg, im Bahnhofswald, ein Wäldchen in Privatbesitz.“.


„Warum riskieren Aktivist*innen eine Gefängnisstrafe und im Extremfall ihr Leben für ein paar Bäume und wie hart ist es, sich bei Minusgraden im Baumhaus zu verschanzen und jederzeit mit der Räumung durch die Polizei rechnen zu müssen?“

Fünf Monate protestierten Menschen dort gegen den Bau eines Hotels mit Parkhaus und die damit verbundene Rodung des Wäldchens.
In bis zu zehn Metern Höhe hatten sie sich Baumhäuser gebaut, die sie über Klettervorrichtungen erreichten.

Da das Wäldchen in Privatbesitz ist, begingen die Protestierenden mit der Besetzung unter anderem Hausfriedensbruch, also eine Straftat.

Nach Paragraf 123 steht darauf eine Geldstrafe oder sogar bis zu ein Jahr Gefängnis. Warum die Personen dieses Risiko in Kauf nehmen wollten, wollte der Journalist in dieser PULS Reportage herausfinden.

Immerhin: Der Journalist nennt die Fakten* (Wäldchen in Privatbesitz, Besetzung = Straftat = Hausfriedensbruch = Drohung von Gefängnis).

Das politisch extrem linkslastige „unabhängige Radio Fratz“ konnte oder wollte die Fakten* nicht in die Berichterstattung mit einbinden, mir schien es eine einseitige Berichterstattung zu Gunsten der Besetzer/innen und Unterstützer zu sein. Das habe ich von Tag1 an kritisiert .

Als Reaktion kam dieses von Gegenseite: „Infoladens Subtilus Gegenöffentlichkeit in Flensburg“ veröffentlicht unter der Überschrift „Zwergenaufstand der Alten Weißen Männer“.

Im ersten Absatz heißt es (Zitat): „Schon seit geraumer Zeit konnte mensch im social media (vorrangig auf Twitter) verfolgen wie einige verbitterte Alte Weiße Männer1 ihre Frustration über die eigene Bedeutungslosigkeit am Freien Radio Fratz ausließen.

Darunter lokale CDU-Oberhäupter, FDP-Politiker und scharf rechts abgebogene Fotojournalisten.“ Hier mehr im Blog: http://www.schewski-media.de/stellungnahme-willi-schewski-vs-radio-fratz-akopol-infoladen-subtilus/

Als ich den Begriff „Paragraf 123 Hausfriedensbruch“ im Zusammenhang mit der Besetzung bei Twitter postete, qualmte es Hohn und Spott von den Besetzern und Unterstützern. Das mittlerweile die Staatsanwaltschaft umfassend gegen die Ex-Besetzer-/ innen und Unterstüzter ermittelt, ist bekannt. Darüber gibt es noch viel zu berichten, auch an dieser Stelle. Hier nun das Video:

Weitere Anmerkungen:
Frage des Reporters an Besetzerin: „Wenn du dich widersetzt kann es auch als Widerstand bewertet werden“.
Reaktion der Person im Baumhaus (eine Anfang 20 Jahr alte Studentin): „Ich glaube, da liegen wir gerade in einem Bereich, den wir hier nicht diskutieren müssen“.
Reporter hakt nicht nach. Die Konsequenzen würde die „tragen“, heißt: möglicherweise Geld- oder Haftstrafe.

Reporter: „Politisch stehen hier einige sehr weit links.“

Zweispaltiges Verhältnis zum Thema Gewalt:

Hanna Poddig, eine der Besitzerinnen im Wald war, sagt, sie wünscht sich „so wenig Gewalt wie möglich aber auch so viel wie nötig“.

Der Reporter: „Krass, das sie Gewalt gegen Polizist/innen nicht grundsätzlich ausschließt. Das geht zu weit, finde ich.“ Zitat Ende, Quelle: BR

Foto: Screenshot YouTube