Coronavirus: Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Flensburg

Am 25. April 2020 versammelten sich auf dem Südermarkt von Flensburg ca. 100 Menschen um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Es bot dem Fotografen ein wirres Bild von Impfgegner, Querdenkerbommelern, meditative sogenannte „Ignorance Meditation“. Es gab aber auch einen Gegenprotest von Politikern der LINKE, SPD und Grüne, die Flyer verteilten und diese Parolen vorzeigten: „Menschenleben sind wichtiger als Spargel“ oder „Querfront – Nein Danke“. Hier zur großen Fotogalerie

Veranstalter war die „Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand“. Wer ist das?  Die Berliner TAGESZEITUNG verortet die Gruppe zu der sogenannten #Querfront. Und was ist Querfront?
Darunter werden zum einen anti-demokratische Strategien in der Weimarer Republik bezeichnet, die gegensätzlichen Ideologien des Nationalismus und des Sozialismus zu verbinden, um die politische Macht zu erringen.

Als Querfront im weiteren Sinn bezeichnet man die Zusammenarbeit oder Vermischung linker und rechter Positionen, um die Zustimmung zu anti-emanzipatorischen Positionen zu vergrößern und Lager-übergreifende Aktionsbündnisse „quer“ zu bestehenden links- und rechtsgerichteten politischen Standpunkten herzustellen.

Dies versuchten Teile des deutschen Neonazismus wie auch linksgerichtete Gruppen und Parteien mit nationalistischen Tendenzen.“ Quelle: Wikipedia

OK.

Auf der Website der „Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand“ wird es deutlicher: „Der deutsche Bundestag beschließt sein #Ermächtigungsgesetz. Wir sollen ein Jahr lang in einer de-facto-#Diktatur leben. Deren System ist derweil am Ende.“ https://www.tagesspiegel.de/berlin/kritik-an-corona-massnahmen-das-steckt-hinter-der-querfrontdemonstration-in-berlin/25752958.html

Offiziell rufen sie bei ihren Demos dazu auf, Abstand zu halten und Mundschutz zu tragen.

Was wollen sie?
Zitat: „CORONA UND DIE WELTWIRTSCHAFTSKRISE: DEREN SYSTEM IST AM ENDE. UNSERES WAR ES NIE.

Wir bestehen
auf die ersten 20 Artikel unserer Verfassung
auf die Würde der Alten & der Kranken
auf Verhinderung obrigkeitsstaatlicher Schikanen
auf Beendigung des Notstands-Regimes
auf Wahlen & umfassende Transparenz
auf demokratische Regeln für unser künftiges Wirtschaftssystem.“

Zitat Ende Quelle: Website.

Die Aktivisten verbreiten auf der Seite krude Theorien über die Ursachen der Corona-Pandemie.
In der taz lesen wir: „Der Hauptansprechpartner der Gruppierung, Anselm Lenz, der zuletzt auch als freier Autor der taz Berlin tätig war, spricht in einem Video der Aktion von einem `umstrittenen Virus, zu dem es mindestens zwei Meinungen gibt`“.

Schon zuvor hatte er seine Position in einem langen Beitrag für den Blog Rubikon ausgebreitet, eine Seite, auf der schon die Existenz von Aids geleugnet und das Coronavirus als Folge der Schweinemast dargestellt wurde.“ https://taz.de/Corona-und-Verschwoerungstheoretiker/!5675712/

In der Süddeutschen lesen wir, „Corona sei eine „leichte Grippe“, die nun von der Regierung genutzt werde, um die Grundrechte außer Kraft zu setzen. https://www.sueddeutsche.de/politik/versammlungsfreiheit-abstand-mundschutz-und-grundgesetz-1.4881556

Im Focus heißt es unter der Überschrift „Ziel – das System zerstören“: Geheime Verschwörungen, Vertuschung, Wirtschaftsinteressen und ein dem Bürger feindlich gesinntes System – dies sind die Grundzutaten der Corona-#Verschwörungstheorien. Ob von Links oder Rechts spielt keine Rolle. Corona soll – ähnlich wie die Flüchtlingskrise 2015 – als großer Katalysator dienen, um die Unzufriedenen auf die Barrikaden zu treiben.

Wie bei der „Hygiene-Demo“ reicht dabei ein kurzer Blick, um nicht nur die abstrusen Widersprüche der Aussagen und Forderungen zu erkennen, sondern auch um klar zu sehen:

Es geht weder um Corona noch um Grundrechte, sondern um die Zerstörung des politischen und gesellschaftlichen Systems, wie wir es kennen.“ Quelle: Focus https://www.focus.de/politik/ausland/abstruse-hygiene-demo-linke-und-rechte-verschwoerungstheoriker-vereinen-sich-zu-bizarrer-anti-lockdown-fraktion_id_11903223.html

* Eine ähnlich Demo gab es bereits am 25. März an selber Stelle:
Genannt als eine Steh- und Abstands-Demonstration protestierten Bürger/innen gegen den „#Ausnahmezustand“. Es nahmen 15 bis 25 Personen teil, der Protest war angemeldet und wurde nicht untersagt.

Es wurde den Teilnehmern erlaubt, sich „in Form von Tüchern, Schals oder Atemschutzmasken“ zu vermummen. Die Umweltaktivistin und Mitinitiatorin Hanna Poddig wies „bei aller notwendige[n] Vorsicht“ auf die Grundrechtseinschränkungen während der Corona-Krise hin und äußerte Befürchtung, dass jetzt eingeschränkte Freiheitsrechte danach nicht umstandslos wieder gewährt würden. Quelle: shz https://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/warnung-vor-polizeistaat-protest-gegen-corona-massnahmen-auf-dem-suedermarkt-id27822267.html