Demonstration „Save the Internet“

„Wir sind viele, wir sind laut, weil ihr uns die Freiheit laut“, skandierten heute, nach Polizeiangaben, ca. 170 meist junge Leute in Flensburg (hier aktuelle Fotos). Die jungen Leute zogen von der Hafenspitze mitten durch die Innenstadt bis zum Südermarkt, sie machten Krach, hielten Schilder und Transparente vor sich und fanden Aufmerksamkeit bei Passanten

Nachdem auch der Rat der EU-Staaten Uploadfilter und Leistungsschutzrecht durchgewunken hat, nimmt die Protestbewegung gegen die EU-Urheberrechtsreform an Fahrt auf. So auch in Flensburg. #SaveYourInternet

Der Demonstrationszug startete am frühen Sonnabend-Nachmittag (23. März 2019) an der Hafenspitze und endete am Südermarkt. Als Veranstalter zeichnete sich der „Chaostreff Flensburg e.V. – Hackerspace und Makerplace“ https://chaostreff-flensburg.de/

Gegenstand des Protests ist eine geplante EU-Reform, die eigentlich Urheber online besser schützen und ihre Rechte stärken sollte – und das laut Kritiker nicht tut. Am Dienstag  (26.03.2019) will das Europaparlament über die Urheberrechtsreform entscheiden, mit der das veraltete Urheberrecht angepasst werden soll.                     

„Das Leistungsschutzrecht in Artikel 11 soll vor allem Verlagen neue Einnahmen sichern. Artikel 12 benachteiligt Autoren, Kreative und andere Urheber. Und die Uploadfilter in Artikel 13 (…) schützen nicht etwa die eigentlichen Urheberinnen und Urheber, sondern sie behindern ihre Arbeit“, meinen die Freischreiber*

Deutschlandweit über 150.000 „gekaufte Bots“ auf  den Straßen
In Deutschland sollen, laut Pressemitteilung der Partei PIRATEN, über 150.000 [1] [2] friedlich durch die Städte gezogen sein. Ehrenamtliche Aktivisten von Savetheinternet.info (STI) sollen die Demonstrationen, oft zusammen mit PIRATEN-Gliederungen, überall in Europa vorbereitet haben.

Der Politiker Daniel Caspary von der CDU/CSU hatte heute behauptet, die Demonstranten wären „gekauft“ worden.  Dies sei „unverschämt“ und vollkommen unrealistisch. Selbst nach den Schätzungen der Polizei müssten allein die heutigen Proteste Millionen gekostet haben.

Das liege „weit außerhalb der Mittel, welche den Aktivisten von STI oder der Piratenpartei zur Verfügung stehen.“ [3]

Die Bilder vom heutigen Tag seien „ein eindrucksvolles Signal an die Abgeordneten des Europäischen Parlaments“. Viele junge Menschen würden im Mai das erste Mal zur Wahl gehen. Ob Abgeordnete bei der Abstimmung für oder gegen Uploadfilter stimmen, würde „für ihre Wahlentscheidung entscheidend sein.“

Quellen/Fußnoten:
[1] Teilnehmerzahlen: twitter.com/watch_union/status/1109483034523385856
[2] Tagesschau 23.03.: www.tagesschau.de/inland/eu-urheberrechtsreform-protest-101.html
[3] Rechenschaftsberichte der Piratenpartei: finanzen.piratenpartei.de/rebe.php

Hier ein YouTube-Video, das das Problem verdeutlicht: https://www.youtube.com/watch?v=651XS0O39bc

*Weitere Informationen hier: https://www.freischreiber.de/aktuelle/berlin-gegen-13-das-buendnis-gegen-die-eu-urheberrechtsreform/ sowie an dieser Stelle: https://pledge2019.eu/de

Sehr informativ folgender Beitrag bei ZAPP: