Flensburg: Podiumsgespraech mit Autor Dominic Musa Schmitz (Aussteiger aus der salafistischen Szene)

Am 21.06.2018 fand statt in Flensburg in der Bürgerhalle des Rathauses der Stadt Flensburg, ein Podiumsgespraech zum Thema „Praevention und Ausstiegshilfe – Was brauchen wir?“. Stargast am Nachmittag war Dominic Musa Schmitz (im Bild oben), seines Zeichens Aussteiger aus der salafistischen Szene und Autor des Buches „Ich war ein Salafist“. Das Gespräch fand statt im Rahmen der Landesfachtagung „Religiös begründeter Extremismus“ – Salafistischen Extremismus verstehen und handeln.

Hintergrund: Spätestens seit dem Aufstieg des sogenannten Islamischen Staates und der Ausrufung des Kalifats im Juni 2014 erregt das Schlagwort Salafismus große mediale Aufmerksamkeit und Alarmbereitschaft. Sicherheitsfragen stehen oftmals im Vordergrund und werden intensiv diskutiert. Oft wird hier nur wenig differenziert und Salafismus vielfach mit Terrorismus gleichgesetzt.

Diese öffentliche Fokussierung führt in der Praxis nicht selten zu Stigmatisierungen und Ausgrenzungserfahrungen, nicht zuletzt auch von nicht-salafistischen Muslime.

Die Fachtagung wollte differenzieren und für die Beweggründe sensibilisieren, welche insbesondere junge Menschen für salafistische Gruppierungen empfänglich macht. Zudem wurde aufgezeigt in verschiedenen Workshops ein breiter Überblick über verschiedene Themenbereiche des Phänomens. Damit sollte es möglich werden, je nach Interessenslage sein Wissen zu bestimmten Themenbereichen zu vertiefen.

Ein Schwerpunkt der Fachtagung lag auf der Vermittlung praktischer Ansatzpunkte und Herangehensweisen, um auch Anstöße für die pädagogische Handlungsfähigkeit im Alltag zu liefern.

Den Abschluss fand statt ein Gespräch mit dem aus der salafistischen Szene ausgestiegenen Dominic Musa Schmitz*. Über ihn schrieb die FAZ: „Sein Werdegang klingt wie ein Klischee: Scheidungskind – Kiffer – Schulschwänzer – Salafist“.

Weiter (lt. Verlag Econ): „Er begleitete den Salafisten-Prediger Pierre Vogel auf der Pilgerfahrt nach Mekka, war die rechte Hand des Islamisten-Führers Sven Lau: Dominic Musa Schmitz konvertierte als 17-Jähriger zum Islam und war tief in den Zirkeln der deutschen Salafisten-Szene verankert. Mit professioneller Propaganda warb er neue Anhänger, einige seiner Brüder kämpften für den „Islamischen Staat“.

Doch als er seinen besten Freund, einen Nicht-Muslim, im Namen Allahs verstoßen muss, beginnt er sich Fragen zu stellen. Kann ein Glaube mit so vielen Dogmen richtig sein? Schritt für Schritt löst er sich von seinen radikalen Brüdern. In seinem Buch erzählt Dominic Musa Schmitz, warum ein radikaler Islam für junge Deutsche attraktiv ist, wie er die Zeit in Salafisten-Kreisen erlebte:

geprägt von Hass, bigotter Heuchelei und dem unbedingten Willen zum Gehorsam. Der Bericht eines ehemaligen deutschen Salafisten zeigt dem Leser aus nächster Nähe, was junge Erwachsene dazu bewegt, sich zu radikalisieren, und wie das gefährliche Salafisten-Netzwerk – mitten unter uns – funktioniert.“