Flensburg: Begrüßung von Peter Lund, Autor des Musicals GRIMM

Er ist ein Flensburger Kind: Der freischaffende Regisseur und Autor Peter Lund (geb. am 30. Dezember 1965 in Flensburg). Dort wuchs er auf und absolvierte sein Abitur. Jetzt gibt es ein Wiedersehen mit der Stadt seiner Kindheit. Und Lund bringt seinem jungen Publikum am Schleswig-Holsteinischen Landestheater große Kunst mit: das Musical „GRIMM. Die wirklich wahre Geschichte von Rotkäppchen und ihrem Wolf„.

Lund und Flensburg – wie war das noch? Peter Lund besuchte die Falkenberg-Grundschule und das Alte Gymnasium. Während einer Vorstellung von „Samson und Dalila“ und bei einem Besuch in der Maske hat der junge Lund sein Herz an das Theater verloren.

Mit vierzehn fing er an, in den Werkstätten des Landestheaters zu pinseln und zu sägen mit dem Ziel, Bühnenbildner zu werden.

Mit sechzehn gründete er ein Marionettentheater, und brachte „Faust“, die „Zauberflöte“ und „Fledermaus“ auf die Bühne.

1983 wurde Lund von Komponist und Musiklehrer Joachim Marx zum ‚Regisseur‘ ernannt. Seine erste Produktion sollte die Die Kinderoper „Wittkopp“ auf dem Domplatz zu Braunschweig sein, nach einem Libretto von Margarete Rettich.

Doch Lunds Theater-Karriere nahm ging nicht direkt weiter, sie nahm einen Umweg: Nachdem er 1984 das Abitur machte und zwanzig Monate Zivildienst in Hamburg absolvierte, wurde sein Traum, an der Bühnenbildklasse der HdK aufgenommen zu werden, abgelehnt. Daraufhin begann Lund ein Architekturstudium an der TU Berlin im Herbst 1985.

Noch während des Studiums kam die Kehrtwende zurück zum Theater: Während einer Studienbesichtigung der Beleuchtungsanlage der Deutschen Oper Berlin klopfte er an die Tür der Comparserieleitung. Mit Erfolg. Man ließ in rein und schon am nächsten Morgen gab er die erste Probe als Statist in Hans Neuenfels‘ Neuproduktion von „Rigoletto“. Er wurde genommen, Dann ging es Schritt für Schritt weiter auf der Karriereleiter von Schauspieler zum Regisseur und unzählige Aufführungen (siehe Biografie).

Zurück zu „Grimm“: Die Uraufführung des Stückes ging am 7. Dezember 2014 am Kinder- und Jugendtheater Next Liberty, Graz über die Bühne. Bei „Grimm“ handelt es sich um eine Neuinterpretation verschiedener Märchen, wobei insbesondere die Stoffe des Grimm‘schen Kosmos auf den Kopf gestellt werden. Bereits im Untertitel („Die wirklich wahre Geschichte von Rotkäppchen und ihrem Wolf“) wird deutlich, dass Grimm uralte Überlieferungen auf ihren Wahrheitsgehalt abklopft – und vielmehr noch auf ihre Aktualität.

Die ewige Geschichte von Gut und Böse und besonders die von Rotkäppchen und dem bösen Wolf wird neu erzählt und seine Boshaftigkeit infrage gestellt. Hat wirklich ein Wolf das Haus der drei Schweinchen umgeblasen, oder waren diese einfach zu dumm, ein stabiles Haus zu bauen?

Peter Lund zeigt, „dass Märchen nebst Adaptionen nicht nur für Kinder sind“ [https://ogy.de/5txi] und kreiert so „eine ganz neue Geschichte“, [Quelle: Berliner Morgenpost] die – „auch wenn die bekannte Märchenfassade bis in die letzte Faser mit Sexualität durchdrungen“[https://ogy.de/cit7] – dennoch für Kinder geeignet ist: „Zwar begreift man erst als Erwachsener alle Anspielung, aber auch Kinder haben ihren Spaß“.

Am 11. September 2020 wurde Peter Lund im Anschluß an Proben zu dem Stück „Grimm“ von Kornelia Repschläger (Operndirektorin des Schleswig-Holsteinisches Landestheater) und Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange am Schleswig-Holsteinischen Landestheater begrüßt. Hier Fotos.