Flensburg: Demonstration vor dem Rathaus für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch im geplanten Zentralkrankenhaus

Am 18.11.2019 haben etwa 60 Menschen vor dem Flensburger Rathaus protestiert (siehe Fotos). Ihre Forderung: für das Recht der Frauen, ihre Schwangerschaft auch im geplanten Zentralkrankenhaus abbrechen zu können. Sie übergaben eine Petition für den Erhalt eines stationären Versorgungsangebots für Schwangerschaftsabbrüche in Flensburg mit rund 4.000 Unterschriften.

Anbei einige Stimmen zum Thema:
Unter den Demonstranten gehörte auch eine Gruppe von Personen die sich „Netzwerk Fuchsteufelswild – Feministische Aktion Flensburg“ nennen. Aktivisten der Gruppe verteilten an Passanten Zettel. Auf diesem werde einige – aus ihrer Sicht – Fakten aufgeführt (Zitate vom Zettel):

– Das Versorgungsangebot von klinischen Schwangerschaftsabbrüchen würde momentan nur durch vier Praxen und eine Klinik (Diakon) gesichert.

– Der Zusammenschluss der Krankenhäuser beendete die Option für die Durchführung von klinischen Schwangerschaftsabbrüchen.

– Die Krankenhaus-Geschäftsführer würden ihre Entscheidung mit der Ethik der katholischen Kirche begründen. Das katholische Krankenhaus Malteser setzte sich in seinen Forderungen nicht durch und das protestantische Diakon-Klinikum wäre „eingeknickt“.

– Die Petition für den „Erhalt eines stationären Versogungsangebotes zum Schwangerschaftsabbruch in Flensburg“ würde bereits von über 3.500 Unterstützern unterschrieben worden sein.

Die Aktivisten hätten mit dem Protest vom 18.11.2019 vor dem Flensburger Rathaus ihre „Wut über die Entscheidungsgewalt des katholische Krankenhauses Malteser“ zum Ausdruck bringen wollen.

Sie fordern die Politik und verantwortliche Akteure auf, „ein klinisches Angebot für Schwangerschaftsabbrüche in Flensburg aufrecht zu erhalten“.

Die Aktivisten stünden dafür ein, dass Frauen bei ungewollten Schwangerschaften „frei und ohne Fremdbestimmung über den Verlauf bestimmen können.“ Ende Zitate Zettel.

Weitere ausführlich Informationen liefert die „Petition für ein niedrigschwelliges, medizinisch vielfältiges und würdevolles Versorgungsangebot bei Schwangerschaftsabbrüchen in Flensburg“ hier klicken.

Einige Stimmen aus der Politik und betroffene Personen aus Flensburg:

Die LINKE Flensburg wird auf ihrer Facebook-Seite zitiert: „Wie heute in Flensburg wird überall die alte Forderung der Frauen aktuell: Die Paragraphen 218 und 219 StGB müssen RESTLOS weg!

Luisa Cordroch – Mitglied des Kreisvorstandes, wird zitiert: „Dieser Rückschritt im 21. Jahrhundert ist unmöglich. Es muss selbstverständlich sein, dass Menschen in guten Bedingungen eine vollumfängliche Versorgung, inkl. Schwangerschaftsabbrüche in Flensburg vorfinden.“

DIE LINKE fordert, die ersatzlose Streichung des §218:

„Wir wollen ebenso den §219 StGB abschaffen, in dem ein sogenanntes Werbeverbot festgeschrieben ist, bei dem es sich jedoch eigentlich um ein Informationsverbot handelt.

Stattdessen wollen wir Angebote der freiwilligen Beratung ausbauen und auch das neue Zentralkrankenhaus in Flensburg dazu verpflichten, Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen, damit eine wohnortnahe Versorgung sichergestellt werden kann.“

Lana Horstmann kommentiert auf der Facebook-Seite von Die Grünen Flensburg: „Das macht mich echt wütend! Sollte so eine Bedingung bestehen bleiben, bin ich dabei ,wenn das Peelwatt-Geländebesetzt wird -kein Stein für solche Erz mittelalterlichen Krankenhäuser bitte“.

Ellen Kittel BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN schreibt: „Mit der Entscheidung, im neuen Zentralkrankenhaus keine Schwangerschaftsabbrüche mehr vorzunehmen, machen die Krankenhäuser eine Rolle rückwärts in das letzte Jahrhundert!

Bei uns Grünen melden sich viele Frauen und Männer, die vor bald 50 Jahren für das Recht auf straffreien Schwangerschaftsabbruch auf die Straße gegangen sind und empört sind – zu Recht!

Frauen brauchen auch in Flenburg weiterhin die Möglichkeit, für einen Schwangerschaftsabbruch in eine Klinik gehen zu können.“

Die Flensburger SPD-Ratsfrau Cynthia Kienaß wird auf der SPD-Website zitiert: „Für uns sind die Verträge weiterhin bindend, gerade zwischen den Trägern der öffentlichen Daseinsvorsorge muss der Rechtsgrundsatz gelten Pacta sunt servanda – Verträge sind einzuhalten“,„In einer solch schwierigen persönlichen Entscheidungssituation einer Frau müssen wir als Stadt eine adäquate medizinische Versorgung sicherstellen“.