Flensburg: Demonstrationszug durch die Innenstadt: „Seebrücke auf dem Land“

Zahlreiche Demonstranten sind am frühen Samstag-Nachmittag des 22.09.2018 vom Hafen kommend schweigend und mit lauter Trauermusik begleitend durch die Flensburger Innenstadt gezogen und hielten auf dem Südermarkt eine Kundgebung ab. Die Aktion „Seebrücke auf dem Land“ war Teil des „Seetembers„. Mit der von der Flensburger Flüchtlingshilfe organisierten Aktion protestierten die Demonstranten gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung. Mit orangenen Leichensäcken, die sie auf dem Demonstrationszug bei sich trugen, wollten sie symbolisch auf die Situation im Mittelmeer aufmerksam machen.

Wir fordern … die Stadt Flensburg auf, sich zu einem sicheren Hafen zu erklären
Die Leichensäcke sollten als Symbol für die getöteten Flüchtlinge im Mittelmeer stehen. Am Südermarkt angekommen, legten sich einige Aktivisten auf den kühlen Boden, sie wurden dann mit Laken zugedeckt, um so den Tod von getöteten Flüchtlinge zu symbolisieren. Anschließend hielt Benita von Brackel-Schmidt, Politikerin, Sprecherin Kreisverband Buendnis 90/Die Gruenen, eine Rede.

Sie sagte: „Wenn die Friedensnobel-Preisträgerin Europa menschenverachtende Politik betreibt, Seenotrettung kriminalisiert wird, marokkanische Fischer ertrunkene Menschen als Beifang in ihren Netzen finden und an den Stränden des Urlaubsparadieses Mittelmeer von Schiffsschrauben teils schrecklich zugerichtete Tote angespült werden und KEINE Regierung etwas dagegen tun, ist es spätestens Zeit, selber auf die Straße zu gehen und laut zu werden!

Sich zu fragen: Was machen WIR?

Wir wollen kein Mahnmal aus Toten, wir wollen, dass Seenotrettung wieder zur staatlichen Nomrmalität gehört, nicht länger kriminalisiert wird, dass Europa endlich gemeinsame Lösungen findet, die nicht nur in Abschottung und Sterbenlassen bestehen.

Daher fordern wir die Stadt Flensburg auf, sich zu einem sicheren Hafen zu erklären undd damit in dieser empathiefreien Zeit Stellung zu beziehen, ein Zeichen zu setzen, wie 2015 am Bahnhof, und Haltung zu zeigen!“ ##Ende Rede##

Zum Gedenken an die im Mittelmeer Verstorbenen hielt man im Weiteren eine Minute lang inne. Dann wurden einige Namen von Menschen vorgelesen, die im Mittelmeer ertranken, darunter Kinder. Der Reporter beobachtete, dass manche der Demonstranten weinten.

Wenn es den Menschen um das Geld geht, dann sollen sie sich um die Steuerflüchtlinge kümmern
Anbei noch eine Stellungnahme einer Flensburger Kommunalpolitikerin von der SPD: Kristina Berndsen (Quelle: Facebook):