Flensburg: Podiumsdiskussion zu dem Thema „Feminismus – Kann das weg?“

Im Rahmen der „Rainbow Days Flensburg 2018“ hatten verschiedene Veranstalter am 16.05.2018 zu einer Podiumsdiskussion ins Volxbad eingealden. Das Thema hieß „Feminismus – Kann das weg?“. Teilnehmer waren unter anderen die Berlinerin Anne Wizorek (im Bild oben), Autorin und Feministin sowie die Husumerin Maria Jepsen, ehem. weltweit erste weibliche Bischöfin.

Anne Wizorek ist eine deutsche Medienberaterin und Feministin. Sie erreichte im Jahr 2013 Bekanntheit durch ihre Tweets #aufschrei (sprich: „Hashtag Aufschrei“) und der damit ausgelösten Debatte über Sexismus (insbesondere Alltagssexismus). Wizorek ist seit 2008 unter dem Account „@marthadear“ auf Twitter aktiv, seit 2013 betreibt sie das Blog „kleinerdrei“.

In der Nacht vom 24. auf den 25. Januar 2013 verwendete sie zusammen mit anderen Feministinnen das Hashtag #aufschrei, um unter diesem Schlagwort Erfahrungen mit Sexismus und sexueller Gewalt gegen Frauen zu sammeln und sichtbar zu machen. Die Hashtag-Aktion wird fälschlicherweise oft als Reaktion auf den am selben Tag im Stern erschienenen Artikel „Der Herrenwitz“ der Journalistin Laura Himmelreich verstanden. Hierbei handelt es sich laut Wizorek jedoch um eine Koinzidenz, die wiederum die mediale Debatte um Alltagssexismus vorantrieb.

Neben Begeisterung hat die Aktion auch Kritik hervorgerufen. Unter anderem bezeichnete Bundespräsident Joachim Gauck die Debatte als „Tugendfuror“. Dafür wurde er von Wizorek und anderen Aktivistinnen in einem offenen Brief kritisiert.

Nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht 2015/16 verwendete sie den neuen Hashtag  #Ausnahmslos gegen Sexismus und Rassismus. In diesem Zusammenhang äußerte sie in Berufung auf einen taz-Artikel, dass es auf dem Oktoberfest zusätzlich zu den jährlich etwa zehn angezeigten Vergewaltigungen eine Dunkelziffer von 200 gäbe. Diese Straftaten würden „in erster Linie“ von „weißen Bio-Deutsch[en]“ verübt, jedoch entschuldigt und verharmlost.

Dafür wurde sie von Medien und Experten kritisiert. Rainer Samietz vom Kommissariat zur Bekämpfung von Sexualdelikten bei der Münchner Polizei und Maike Bublitz vom Frauennotruf bestritten diese Zahl. Oktober 2016 veröffentlichte die Polizei, dass zwei der 18 ermittelten Täter zu den insgesamt 31 angezeigten Sexualdelikten (darunter eine Vergewaltigung) im Zusammenhang mit dem Oktoberfest 2016 die deutsche Staatsbürgerschaft hatten. Die Autorin des ursprünglichen taz-Artikels von 2009 sah sich daraufhin gezwungen, die Schätzung der 200 Fälle im Dunkelfeld detailliert zu erläutern.

Im Oktober 2014 veröffentlichte Wizorek das Buch Weil ein Aufschrei nicht reicht. Für einen Feminismus von heute. Das Buch löste eine medial geführte Kontroverse aus. Wizorek forderte ihre Anhängerschaft auf Twitter dazu auf, ihr Buch auf Amazon positiv zu rezensieren und kritische Rezensionen, für die sie Maskulisten verantwortlich machte, als nicht hilfreich zu bewerten. Quelle: Wikipedia

 

Maria Jepsen

Maria Jepsen (geborene Bregas; * 19. Januar 1945 in Bad Segeberg) ist eine deutsche evangelisch-lutherische Theologin. Sie war seit 1992 die Bischöfin des Sprengels Hamburg und seit 2008 des Sprengels Hamburg-Lübeck der Nordelbischen Kirche. Am 16. Juli 2010 trat sie von ihrem Amt als Bischöfin zurück, nachdem Der Spiegel am 10. Juli 2010 berichtet hatte, dass Maria Jepsen bereits 1999 über sexuelle Übergriffe eines Pastors aus Ahrensburg an Minderjährigen in ihrer Kirche informiert worden sei und nichts dagegen unternommen habe.

Hier weitere ausführliche Informationen: Sexueller Missbrauch in Ahrensburg. Erfahrungberichte von Betroffenen, siehe hier

Auch sehenswert: „Missbrauchsopfer kritisiert Bischöfin Maria Jepsen“ … Mittwoch, 05. Januar 2011