Flensburg: Protestaktion: „Menschenrechte gehen baden“ an der Hafenspitze

Etwa 30 Schwimmerinnen und Schwimmer sind heute am frühen Nachmittag des 15.09.2018 im Flensburger Hafen, Hafenspitze, baden gegangen. Ihre Aktion „Menschenrechte gehen baden“ galt als Protest und fand statt im Rahmen des „Seetember“ – Aktionsmonats. Sie und zahlreiche weitere Protestler demonstrierten, weil sie damit Wut und Trauer zum Ausdruck bringen wollten, dass im Mittelmeer seit Anfang 2017 über 4700 Menschen auf der Flucht elendig ertrunken sind, davon alleine über 1000 in den letzten 3 Monaten (Quelle: UNHCR).

Währende die Frauen und Männer ins Hafenwasser sprangen und schwammen, gab eine Sprecherin zum Geschehen einige Informationen per Megaphon an die zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauer an Land durch. Wir lesen: „Diejenigen, die den Ertrinkenden zu Hilfe kommen wollen, werden handlungsunfähig gemacht, indem sie mit Prozessen überzogen und ihre Schiffe beschlafnahmt werden. Dass die Rettungsaktionen, die dazu beitragen, das Leben der Menschen zu retten, die vor den verherrenden Folgen unserer imperialen Lebensweisen, die vor Krieg, Verfolgung und bitterer Armut fliehen, dass diese Rettungsaktionen kriminalisiert werden, das ist ein Zustand, der für uns unerträglich ist

Europa sei nur deshalb so reich, führte die Rednerin fort, weil es jahrhundertelang den Rest der Welt versklavt und ausgeplündert habe, heißt es weiter. Europa führte einen Abschotungskrieg gegen die Regionen der Welt, die ein Leben im Elend führen müssen. 2018 sollen erstmals die Rückstungsausgaben der EU die Ausgaben für Entwicklungshilfegelder überstiegen haben. 2016 habe erteilt die Bundesregierung Ausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter in Höhe von insgesamt 6,88 Milliarden Euro – der zweithöchst Wert in der Geschichte der Bundesrepublik. Damit würde die BRD direkt unverorstellbar grausame Kriege und „sorgt dafür, dass Menschen fliehen müssen, um überleben zu können. Sie wollen Krieg und sioe führen bereits Krieg„, lesen wir.

Kriegsgesellschaften duldeten keinen innenren Widerspruch, sie bedürgten einer „volksgmeinschaftlichen, autoritäten formierungen der Gesellschaft“. Deshalb gäbe es diese harte Repressionen gegenb diejenigen, die in Opposition zum Grenzregime der EU kämpften.

Die EV Kirche wird wie folgt zitiert: „Deutsche Politik genehmigt, dass Unternehmen Waffen und Rüstungsgüter in Krisenregionen exportieren. Konsumenten in Deutschland profitierten von Rostoffkonflikten und unzureichenden oder ungerechten Regeln im Welthandel. Opfer von Gewalt und Terror an Grenzen abzuwehrern oder ertrinken zu lassen, verstößt gegen die Europäische Menschenrechtskonvention und beschädigt die Seele Europas.“

Rassistische Pogrom in Chemnitz
Im Weiteren wird die Partei AfD scharf kritisiert. Wir lesen: Der praktische Ausdruck einer autoritären volksgemeinschaftlichen Gesellschaft, sei in dem Wahlerfolg der AfD (sowie weiterer rechter Parteien in ganz Europa und weltweit) zu finden – und in dem aktuellen rassistischen Pogromen in Chemnitz. Nach außen würde versucht, den Anschein einer offenben und aufgeklärten Gesellschaft zu wahren, währenddessen nach innen der Zwang zur „Integration“ und Anpassung durchgesetzt würde. Alternative Lebensentwürfe würden hingegen verfolgt und zerschlagen.

Das Schließen der Fluchtrouten würde die Menschen nicht abhalten zu fliehen, hieß es im Weiteren, man würde andere Wege finden, gefährlichere, auf Kosten des Verreckens von Menschen in der Wüste.

Wie können Menschen nur anderen Menschen so etwas Grausamen antun? wie kann eine Staatengemeinschaft solche Grausamkeiten nicht nur dulden, sondern explizit fordern?“ Abschließend heißt es: „wir klagen diese Verbrechen gegen die Menschen an! Wir klagen an, dass Menschen zur Flucht gezwungen werden! Wir klagen an, dass alles unternommen wird, damit dieses Fluchten in die EU misslingen! Wir klagen an, dass Menschen krimininalisiert werden, die Menschen helfen wollen, die versuchen den unerträglichen Lebensumständen zu entfliehen! Wir klagen die EU wegen ihrer menschenfeindlichen Politik an!

Quelle: An Passanten und Zuschauer verteilte Handzettel an der Flensburger Hafenspitze

Video mit kurzen Impressionen: