#FridaysForFuture in Flensburg: Bis zu 2000 junge Menschen protestieren

Grünen-Politiker Rasmus Andresen: „Die Schüler haben recht! JU-Chefin Glißmann: „Spürbare Konsequenzen für in der Schulzeit streikende Schüler“ Bis zu 2.000 junge Menschen haben am Freitag-Vormittag (08.02.2019) in Flensburg an einer Demonstration teilgenommen. Die Protestierenden forderten auf Transparenten und Ausrufen wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel in Deutschland und in Europa.

Die Teilnehmer trafen sich an der Flensburger Hafenspitze, zogen dann, nach einer ersten Kundgebung, weiter durch die Innenstadt und bis vor das Flensburger Rathaus. Dort hielten sie eine Abschlusskundgebung statt. Es sprachen Demonstrierende und einige Politiker.

Die Flensburger Oberbürgermeisterin und SPD-Politikerin, Simone Lange sagte: „Wisst ihr, worauf ich heute echt keinen Bock hab? … auf eine 3stündige politische Rede, ihr habt heute das Wort! Wir müssen handeln statt reden! Danke an eure Lehrerinnen und Lehrer, dass sie euch gelassen haben!“ (Quelle: Facebook)

Über das Für und Wider es Protestes von Schülern innerhalb der Schulzeit gibt es unterschiedliche Politikermeinungen.

Der Flensburger Landtagsabgeordnete der Grünen, Rasmus Andresen verlautbarte in einer Pressemitteilung:

Ich bin überwältigt von dem Engagement der Schüler/innen und Studierenden. Mit ca. 1500 Demonstranten war die heutige „Fridays For Future“ – Demonstration eine der größten Demonstrationen in Flensburg überhaupt.

Die jungen Menschen haben recht: es wird viel zu wenig für den Klimaschutz getan. Der Kohlekompromiss ist Mist. Die Parteien sollten stärker auf die Schüler*innen hören. Wir brauchen den Kohleausstieg bis 2030, mehr Engagement gegen Plastikmüll und mehr umweltfreundliche Mobilität.“

Die Landesvorsitzende der Jungorganisation der CDU, der Jungen Union, Birte Glißmann, hatte währenddessen eine andere Auffassung. Sie schrieb ebenso in einer Pressemitteilung:

„Schülerstreiks müssen Konsequenzen haben“. Politisches Engagement sei „wichtig“, müsse „aber in der Freizeit stattfinden.“ Die Junge Union Schleswig-Holstein spräche sich gegen Schülerdemonstrationen während der Unterrichtszeiten aus. Sie fordert „spürbare Konsequenzen für in der Schulzeit streikende Schüler.“

Glißmann: „Wir begrüßen es, wenn sich junge Menschen politisch engagieren. Es kann aber nicht sein, dass ritualisiert jeden Freitag die Schule geschwänzt und dies moralisch begründet wird. Hier müssen das Schulgesetz greifen und Konsequenzen für die Schulpflichtigen die Folge sein.

Klimaschutz ist ein wichtiges Thema, auch die Junge Union Schleswig-Holstein engagiert sich diesbezüglich, jedoch mit konstruktiver Arbeit in der Freizeit der Mitglieder, wie beispielsweise kürzlich bei einem Besuch der Firma GP Joule. Diese hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, in Zukunft 100% des weltweiten Energieverbrauchs erneuerbar zu produzieren. Wir packen an, statt zu schwänzen„.

Die Bildungsministerin des Landes Schleswig-Holstein, Karin Prien (CDU), hatte noch vor Beginn des abgekündigten Schülerstreiks mitgeteilt, das politisches Engagement generell wünschenswert sei. Unerlaubtes Fernbleiben vom Unterricht könne aber einen Zeugniseintrag zur Folge haben. Demonstriert werden solle außerhalb der Schulzeit.

Das Flensburger Schulamt sah es anders und zeigte Verständnis für den Protest innerhalb der Schulzeit. Dieser dürfe jedoch nur einmalig sein und nicht zur Regel werden.

„Kopiert euch diesen Eintrag und hängt ihn als Ehrenurkunde für Zivilcourage an eure Zimmerwände!“

Robert Habeck, Co-Bundesvorsitzender der Grünen, schrieb in seinem Blog, dass die Teilnehmenden Ärger kriegen könnten, weil sie den Schulunterricht bestreikten. Er mutmaßte, dass der „eine oder andere … dafür einen Eintrag ins Klassenbuch“ bekommen könne.

Habeck: „Okay, das muss man dann wohl akzeptieren. Aber ich wünsche mir: Kopiert euch diesen Eintrag und hängt ihn als Ehrenurkunde für Zivilcourage an eure Zimmerwände! Die ökologische Krise einzudämmen, ist die historische Aufgabe unserer politischen Generation. Gelingt das nicht, haben wir als politische Generation versagt.“