„Funke der Erinnerung“ – 4. Jahrestag zur Walpurgisnacht am 30. April 2020

Seit Samstag, den 25. April bis zum 9. Mai 2020 ist an der Nordseite von St. Marien an der Ecke Kompaniestraße/Norderstraße ein Erinnerungsort eingerichtet. Gedacht wird mit der an die zu unrecht Verurteilten. Im 16. und 17. Jahrhundert fanden in Flensburg mindestens 13 Hexenprozesse statt. In diesen wurden 31 Menschen, mehrheitlich Frauen, willkürlich der „Toverie“ (Zauberei) bezichtigt, durch Folterung zu Geständnissen gezwungen und in 75% der Fälle zum Feuertod verurteilt und hingerichtet.

Dokumentiert sind die Fälle bis 1608 im „Roden Boeck“ der Stadt und dem „Diarium Flensborgense“, wo der letzte belegte Fall einer Hinrichtung durch Verbrennen im Jahr 1620 festgehalten ist.

Um eine aktive Erinnerungskultur anzustoßen und zu einer Form der heilsamen Auseinandersetzung zu finden, werden wiederkehrende Veranstaltungen an einem jährlichen Gedenktag und einen speziell gestalteten Erinnerungsort durchgeführt (siehe auch http://elkemark.com/toverie-hexenwahn-und-aberglaube/).

Nur im Jahr 2020 ist durch die Corona-Pandemie alles anders. Dazu heißt es (lt. Info an dem Erinnerungsort):

„In der gegenwärtige Zeit der Einschränkungen unseres sozialen Lebens aufgrund der Corona-Krise nehmen wir den diesjährigen

`4. Jahrestag zur Walpurgisnacht am 30. April 2020
Aufrecht wider Unrecht`

zum Anlass die aktuellen Erfahrungen von spürbar Isolierung, Verunsicherung und Einsamkeit jeder und jedes Einzelnen aufzugreifen.

Hier an der Skulptur `Lilith, (Zusatz: erstellt von von Hanna Kalkutsche und Pawel Lickas) die als `Wanderer Erinnerungsort`die Erinnerungsveranstaltungen der letzten Jahre begleitet hat, kann als sichtbares Zeichen unserer inneren Verbundenheit eine Notiz, eine Kerze u. ä. für andere zurückgelassen werden.

Mit einem offenen Lächeln zuversichtlichen Grüßen Elke Mark und Hanna Kalkutsche (Zusatz: beide Künstlerinnen)“

Übrigens: Der schriftlich eingeforderte Schritt zur offiziellen Rehabilitierung der Verurteilten durch den Rat der Stadt Flensburg steht noch aus.