Grüne Polit-Prominenz am „Coastal Cleanup Day“ in Flensburg Solitüde

Seit über 30 Jahren ruft die US-Umweltorganisation Ocean Conservancy zur größten freiwilligen Meeresschutzaktion auf – dem International Coastal Cleanup Day (ICC), um auf die Problematik der vermüllten Meere aufmerksam zu machen. So fand statt am 19.09.2020 der Putz-Aktionstag u.a. in Flensburg, am Strand von Solitüde. Neben rund 50 Freiwilligen war auch Polit-Prominenz zugegen: Der Bundesvorsitzende der Grünen Dr. Robert Habeck ( i. B. li) sowie seine Parteikollegen wie Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (i. B. re) und der EU-Abgeordnete Rasmus Andresen. Rund zwei Stunden sammelten sie am Strand bei Flensburg Unrat.

Der Strand in Solitüde (dän.: Solitude) ist übrigens ein Gebiet der Stadt Flensburg. Es liegt im Stadtteil Mürwik, an der Flensburger Förde und westlich neben Meierwik, welches zu Glücksburg gehört.

Die Namensgebung der Solitüde geht auf das Jahr 1844 zurück. Damals benannte der Offizier Oberstleutnant Schack von Brockdorf seinen Landsitz mit der Erlaubnis des Königs gemäß der damaligen Mode eben so. Mitte des neunzehnten Jahrhunderts war die Umgebung kaum besiedelt und entsprechend einsam; man war unter sich – so auch die Bedeutung des Namens: einsam.

Das Gebiet Solitüde besteht aus kleinen Waldflächen (dem Solitüder Wald), Steilhängen, einer zum Teil etwas dünneren Bebauung sowie dem Strandbad, diese Widmung besteht erst seit 1924. Dieser wirkt groß, ist aber künstlich aufgespült. In den Jahren 1922/23 wurden über 200.000 Kubikmeter Sand, die bei der Anlage des Freihafen-Beckens, dem heutigen Yachthafen Kielseng, ausgebaggert worden waren, in der Bucht von Solitüde verklappt und beim heutigen Strand von Solitüde aufgespült, der auf diese Weise erheblich an Größe gewann. Besonders beliebt ist der kleine Ostseestrand mit seinen flachen Dünen und dem feinen Sand. Solitüde ist eines der beiden Strandbäder der Stadt Flensburg

Doch zurück zum Coastal Cleanup Day: Jährlich kommen bei dieser Aktion allein in Schleswig-Holstein mehrere Tonnen Abfall zusammen – 2019 waren laut Naturschutzbund dabei an deutschen Küsten, Ufern und Seen mehr als 4.600 Kilogramm Müll eingesammelt worden. Am häufigsten wurden Zigaretten­kippen, Verpackungs­material, kleine Plastik­stücke, Plastik­tüten und Lebens­mittel­verpackungen gefunden.

Die Verhüllung der Strände und Meere ist ein großes Problem:  Jedes Jahr sterben rund um den Globus bis zu eine Million Seevögel und 100 000 Meeres­säugetiere an den tödlichen Resten des weg­geworfenen Mülls. Robben und Fische verfangen sich in alten Fischer­netzen, Wale verwechseln Folien mit ihrer eigentlichen Nahrung und Jungvögel strangulieren sich mit alten Leinen, die ihre Eltern in Nestern verbauen. Teile des Abfalls verrotten, ein großer Anteil aber zerfällt erst nach Jahr­zehnten zu Mikro­plastik und landet früher oder später bei uns als Teil der Nahrungs­kette – also auf unseren Tellern.

Der „International Coastal Cleanup Day“ startete 1986 als Initiative einer Handvoll engagierter Meeres­schützer in Texas. Er hat sich mittler­weile zur weltweit größten ehren­amtlichen Aktion für den Meeresschutz entwickelt.