Nach Aufdeckung von Tierquälerei in einem Milchbetrieb bei Flensburg: Staatsanwaltschaft stellt Verfahren gegen Zahlung eines Geldbetrages ein

Ca. 30 Tierrechtsaktivisten des PETA2-Straßenteam hatten am 05.07.20920 in Wees (bei Flensburg, Schleswig-Holstein) gegen Tierrechtsverletzungen protestiert.  Sie hielten sich in der Nähe eines Bauernhofes an der Bundesstraße 199 auf und zeigten Transparente vor, wo unter anderem Schlagzeilen  zu lesen waren wie diese: „It´s not Food it´s Violence got Vegan!“, „An jedem Glas klebt Blut“ und „Ich bin keine Melkmaschine!“.  Gegen den Betreiber des Bauernhofes in Wees hatte die Tierrechtsorganisation „Deutsches Tierschutzbüro e.V.“ sowie diverse TV-Sender und Pressemedien wie u.a. der shz kritisch berichtet. Das „Deutsche Tierschutzbüro e.V.“ hatte dem Bauern Tierquälerei vorgeworfen und Anzeige erstattet.

PETA2 hatte die Berichterstattung zum Anlass genommen, um gegen die Art der Tierhaltung und die Milchindustrie per se zu protestieren.  Ausschlaggebend war Bildmaterial aus einem Milchbetrieb in Wees das das Deutsche Tierschutzbüro e.V veröffentlicht hatte. Die Aufnahmen hätten, wie in einer Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbüro e.V. vom 12.11.2020 heißt, gezeigt, wie brutal mit Milchkühen im sogenannten Melkstand umgegangen würde. Die Bilder hätten gezeigt, wie Tiere mehrfach mit Faustschlägen oder mit einem Besenstiel misshandelt worden würden. Vor allem dann, wenn die Tiere nicht schnell genug in den oder aus dem Melkstand gehen.

Viele der Tiere seien zudem abgemagert oder hätten stark gehumpelt, einige wiesen andere Verletzungen auf. Auch der Umgang außerhalb des Melkstands sei „sehr gewaltvoll und gnadenlos“ gewesen. So hätten die Aufnahmen gezeigt, dass mindestens einer Kuh ins Gesicht getreten wurden wäre, während das Tier fixiert war. Mehrere Mitarbeiter*innen wären extrem grausam mit den Kühen um gegangen, der brutale Umgang sei offenbar völlig normal und hätte in dem angezeigten Betrieb und zur Tagesordnung gehört.

Vor allem der Sohn des Betreibers sei immer wieder auf den versteckten Aufnahmen zu sehen gewesen. Nach Bekanntwerden der Vorfälle hatte er sich in der Öffentlichkeit geäußert und sprach davon, dass „jeder mal einen schlechten Tag haben kann“. Jan Peifer Deutsche Tierschutzbüro e.V. wird in der Pressemitteilung zitiert, dass „er (der Sohn des Betreibers)  versucht hätte „damit die Gewalt gegenüber den Tieren runterzuspielen“. Zudem hätten die Aufnahmen gezeigt,“ dass er an mehreren, unterschiedlichen Tagen auf die Kühe eingeschlagen hat. Von einem Tag kann dabei nicht die Rede sein“.

Staatsanwaltschaft stellt Verfahren gegen die Zahlung eines Geldbetrages ein

Die Tierrechtler*innen hatten gegen den Sohn eine entsprechende Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Flensburg erstattet (AZ 115 Js 8282/20). Die Staatsanwaltschaft würde nun beabsichtigten, das Verfahren gegen den Sohn des Betreibers gegen die Zahlung eines Geldbetrags an das Finanzministerium des Landes SH einzustellen.

Das Deutsche Tierschutzbüro hätte „es leider immer wieder erlebt, dass Strafverfahren im Landwirtschaftsbereich ohne Konsequenzen für die Täter*innen eingestellt werden. Unter diesem Aspekt würden sich die Tierrechtler*innen im Ansatz „zufrieden mit dem Ergebnis“ zeigen. „Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass der Täter eine härtere Strafe bekommt, schließlich hat er auf wehrlose Kühe eingeprügelt und die Tierquälerei sogar zugegeben“ wird Peifer zitiert.

Quelle: PM Deutsches Tierschutzbüro e.V. v. 12.11.2020 ; eigene Recherchen; Facebook