Rezension zum Buch „Corona Fehlalarm?“: Seltsames Gebräu aus Polemik, Ahnungen und Behauptungen

Achtung, die genannten Zahlen beruhen sich auf meine Rezension vom Sep. 2020 – an dem Inhalt und der Kritik an dem Buch ändert dieses indessen nichts: Lassen wir die Fakten sprechen, Anfang September 2020: Frankreich meldet 10.000 neue Corona-Fälle meldet – pro Tag. Spanien hat mehr als 12.000 Fälle gezählt – die höchste Zahl seit Beginn der Pandemie. Österreichs Hauptstadt Wien entwickelt sich zum Hotspot der Seuche. Jetzt gilt – wieder – eine generelle Maskenpflicht, Veranstaltungen werden wieder eingeschränkt. In Israel gibt es ab kommenden Freitag einen landesweiter Lockdown: Bürger dürfen sich nur noch 500 Meter außerhalb ihrer Wohnung bewegen. Ein dunkler Schatten der Unsicherheit liegt über diesen Staaten.

Und jetzt kommt ein Sucharit Bhakdi daher nebst Karina Reiss und schwadronieren in ihrem Buch von „Corona Fehlalarm?“. Und das steht seit Wochen ganz oben auf den Bestsellerlisten. Doch was ganz oben steht und viele lesen muss nicht gut sein! Warum? Die Autoren kommen im Mäntelchen der Wissenschaft daher und gaukeln uns Leser vor, das das Buch unbestechliche Fakten liefern solle.

Doch die Informationen sind überwiegend Monate alt, zum Teil manipulativ kombiniert und sparen viele entscheidende Studienergebnisse aus.

Wer an diesen „glaubt“, wandert auf gefährlichen Pfaden, ist es doch ein seltsames Gebräu aus Polemik, Ahnungen und Behauptungen – und auf diese lassen sich Zigtausende Leser da ein.

Unumstößliche Wahrheiten gibt es nicht; wer anderes behauptet, macht sich unglaubwürdig. Ja, und das sagen auch viele verantwortliche Politiker.

Jeder Bürger und Leser sollte sich täglich der Verantwortung bewusst sein, dem sein Handeln in dieser Krise zugrunde liegt. Halbwahrheiten aus dem Internet oder aus Bestsellern nachzuplappern, ist ja so einfach:

Das Virus ist nicht gefährlicher als eine normale Grippe! Die Maske ist völlig nutzlos! Ein Impfstoff ist brandgefährlich! In vielen Kreisen gelten diese Parolen mittlerweile als „Allgemeinwissen“. Bei genauerer Betrachtung entpuppen sie sich als Unfug. Eben, das Buch ist ein Gebräu aus Polemik, Ahnungen und Behauptungen. Es gehört auf den Misthaufen.