Sabine Buntrock (Verein „Mütterarmut ist peinlich!“ e. V.) hält Vortrag in Flensburg

Am 07. Juni 2018 hielt Sabine Buntrock (im Bild), 1. Vorsitzende des Vereins „Mütterarmut-ist-peinlich!“ e. V., in Flensburg (Kulturhof Flensburg e. V.) einen Vortrag zum Thema Mütterarmut. Im Weiteren erklärte sie den interessierten Gästen, was es mit der Solidaritätsfotografie auf sich hat. Es sollte nicht nur für Mütter ein informationsreicher Abend im früh-sommerlichen Flensburg werden.

Der am 15.04.2018 in Hannover gegründete Verein „Mütterarmut-ist-peinlich“* engagiert sich bundesweit mit vielfältigen Aktionen gegen Mütterarmut. U. a. strebt der Verein an, gerade Mütter als Leistungsträger zu fokussieren, um vielfach abwertenden Vorurteilen entgegenzutreten.

Zum einen will der Verein Lobby aufbauen und Politik aktivieren, zum anderen regionale Hilfsprojekte anstoßen, weil, wie es auf der öffentlichen Facebook-Gruppe „Mütterarmut ist peinlich“ heißt, „seit Jahrzehnten, und mindestens seit 2005 ansteigend, gilt, dass Mutterschaft das größte Armutsrisiko für Frauen in allen Altersgruppen im steinreichen Deutschland ist“. Die Facebookgruppe (Link zu Facebook) hat mittlerweile über 4.000 Mitglieder, dabei sind auch einige Prominente und Politiker, wie Flensburgs Oberbürgermeisterin und Ex-Kandidatin für den SPD-Bundesvorsitz, Simone Lange (SPD).

Wer macht, erhält die Macht!
Betroffene Mütter jeden Alters können auch u. a. über vielfältige aktivistische Mitmachaktionen des Vereins ihre Teilhabe sofort verbessern. Exemplarisch sei permanent vom Verein aus geplant, kleine Müttergruppen vor teuren kulturellen Einrichtungen anlässlich Veranstaltungen wie Konzerten, Theateraufführungen u.v.m. zu postieren, die kostenlosen Einlass aufgrund ihrer wirtschaftlichen Benachteiligung begehren. Wer mitmacht, erhält regelmäßig die gewünschte Teilhabe bzw.. den Zutritt zur Veranstaltung. Wer macht, erhält die Macht!, so die Kernbotschaft des Vereins.

Solidaritätsfotografie
Im Weiteren erklärte Sabine Buntrock, was es sich mit der Solidaritätsfotografie auf sich hat. Der Begriff Solidaritätsfotografie „stammt vermutlich von Sabine Buntrock“, wie es auf der Webseite des Vereines heißt. Gemeint ist, dass Herren überall im Land mit ihrem Foto und einem Schild mit dem dem Slogan „Mütterarmut ist peinlich! Solidarität zeigen.
Die Solidaritätsfotografie traf auf positive männliche Resonanz und darauf kann so mancher Fotograf neidisch sein: Mehr als 6.000 Männer finden MÜTTERARMUT peinlich und zeigten per Foto Solidarität mit Müttern. Inzwischen seien „fast alle dabei: vom Landtagsabgeordneten über den Leierkastenspieler, vom Schornsteinfeger bis zum Straßenkünstler, vom Obdachlosen bis zum Banker.“

„Sabine Buntrock selbst möchte auf jeden Fall mehrere Jahre intensiv in Deutschland per Rad und Bahn reisen und sich unterwegs dieser Art der Fotografie widmen. 100.000 Solidaritätsfotos sind ihr Ziel. Natürlich verfolgen wir auch das Ziel, dass uns Fotos, vor allem Gruppenfotos von Herren aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kirche, Vereinen zugesandt werden. Auch freuen wir uns über weitere Mitstreiter/- innen, die ebenfalls für uns fotografieren möchten. Diese Art der Solidaritätsfotografie soll fester Bestandteil unseres Engagements für Mütter und noch sehr populär werden.“

Und so mancher Promi findet sich auf der Seite Solidaritätsfotografie wider: Zum Beispiel Rasmus Andresen, erster stellvertretender Fraktionsvorsitzender BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Kiel. Oder Christian Grascha, u. a. Parlamentarischer Geschäftsführer im Landtag von Niedersachsen. Oder ein Künstler mit dem Pseudonym CHARLIESOMMERSAULT. Oder Fotograf Axel Heimken, Hamburg – um nur einige zu nennen.

Wie kam es zur Solidaritätsfotografie?
Wir lesen auf der Webseite: „Gerade Mütter verfügen über keine Interessenvertreter. Gilt sonst überall, wer arbeitet, verfügt auch über Interessenvertreter (…), gilt nur für MÜTTER die ganz große Ausnahme: niemand vertritt ihre Anliegen, niemand hört sie, niemand sieht sie, (denn Kinder binden ja ziemlich an, so dass sich gerade Mütter kaum solidarisieren können). Weder Gewerkschaften, noch irgendwelche unterstützenden Verbände nehmen sich ihrer speziellen Anliegen an. Schon gar nicht kommt Politik bei uns ernsthaft auf die Idee, sich mit den wahren Benachteiligungen der Mütter zeitintensiv auseinanderzusetzen.“ Das soll sich nun ändern.

Kulturhof Flensburg e. V.: Erste Außenstelle des Vereins
Der Kulturhof Flensburg e. V. (Grosse Str. 42-44) ist die erste Außenstelle des Vereins „Mütterarmut-ist-peinlich“. Im Kulturhof in Flensburg können Interessenten „mitten in der Fussgängerzone, aber geschützt wie in einem Hinterhof in idyllischer Umgebung ihr Solidaritätsfoto abgeben“. Zuständig sei aus Datenschutzgründen nur Makbolla, eine irakische beliebte Köchin und gute Fee, die Donnerstag, Freitag und Sonntag sowie jeden 3. Samstag im Begegnungscafe wirkt.
Eine zweite Außenstelle wird noch im Juni 2018 in Elmshorn in einem Einzelhandelsgeschäft eröffnet.

Für Süddeutschland sind erste Außenstellen ab Juli/August 2018 geplant. Viele hundert weiterer Außenstellen sollen in ganz Deutschland folgen, in alternativen Cafes, sozialen Einrichtungen oder Inhaber geführten kleineren Einzelhandelsgeschäften. Auch hier soll man als Mann sein Solidaritätsfoto erstellen lassen können. Mit entsprechenden Schildern werden alle Außenstellen ausgestattet.

Frau Buntrock hält bundesweit Vorträge zum Thema ohne jedes Kostenrisiko für Veranstalter vor Ort. Interessenten melden sich bitte unter der Nummer 04621/2906081 (AB).

Informationen für Redaktionen: Lizenzpflichtiges Bildmaterial erhalten Sie bei Fotofinder unter dieser Adresse
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