SPD Schleswig-Holstein: Ralf Stegner kandidatiert nicht mehr für den Landesvorsitz

SPD-Politiker Ralf Stegner wird am 30./31.März 2019 auf dem Landes­parteitag in Norderstedt nicht erneut für den Landesvorsitz seiner Partei kandidieren. Das teilte Stegner heute in einem Schreiben an seine SPD-Genossen mit. Sein Entschluss stand „seit ein paar Monaten fest“, dies wollte er erst heute der Öffentlichkeit bekanntgeben. Sechs Mal bzw. zwölf Jahre hatte Stegner dieses Führungsamt inne, dieses habe er „mit Stolz, aber stets auch als eine große Herausforderung betrachtet und versucht“. Serpil Midyatli könnte seine Nachfolgerin werden. Sie hatte sich bereits vor ein paar Wochen als Kandidatin für die mögliche Nachfolge von Ralf Stegner positioniert. Sie gehört dem SPD-Landes­vorstand an und ist Stellvertreterin in der Landtagsfraktion. Midyatli habe Stegenrs „volle Unterstützung und sie hat Euer Vertrauen verdient“, hieß es weiter.

Stegner-Bilanz: Viel richtig gemacht, und einige Fehler
Stegner meinte, dass er in den letzten 12 Jahren vieles richtig gemacht habe aber auch manche Fehler. Er sprach dabei die verlorene Landtags­wahl 2017 an und im Gefolge des bundesweiten Abwärtssoges der SPD die Misserfolge bei der Bundestagswahl und die insgesamt enttäuschende Kommunal­wahl 2018.

Nach dem Landesparteitag wolle er keineswegs in den politischen Ruhestand gehen. „Ganz im Gegenteil: Als Fraktionsvorsitzender im Landtag werde ich mit meinen Fraktions­kolleginnen und -kollegen dafür sorgen, dass wir als starke Opposition die Grundlagen legen, bei den Wahlen 2022 wieder aussichtsreich um Platz 1 und die Regierungsverantwortung zu kämpfen“, führte er fort.

Viel Arbeit sei „genau das Richtige“ für Stegner. Für ihn gelte es „Häme, Mitleid und harte Gegnerschaft von anderer Seite“ abzuwenden: „Das reicht von der verbalen oder tatsächlichen Anpassung nach rechts in der Flüchtlingspolitik bis zur Anbiederung an die sogenannte `linke Sammlungsbewegung` mit ihren nationalen, anti­europäischen und auf Abschottung bedachten Untertönen.“

Foto: Archiv
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