Flensburg: „Bääm“-Ostergruß – Protestaktion am Bauzaun

„Das grosse Oster Bääm!“ steht mit großen Buchstaben auf einem der bunt-schrill gestylten Osterfähnchen. Auf der Rückseite erkennen wir, woher die in dem Erd-Boden vor dem engmaschigen Mobilzäunen gepflanzten und die an genannten Zäunen gehängten Blumenzwiebeln in Plastikkübeln des teil-gerodeten Bahnhofswaldes an der Flensburger Bahnhofsstraße stammen: Von der Evangelische Kirche. Zurückzuführen ist dieses auf eine Idee des Flensburger Stadtpastors Johannes Ahrens. Ihm schwebte eine Idee, eine Osterüberraschung vor, ein „Guerilla Gardening“ oder auch Oster-Bääm.

„Damit Menschen zu Ostern einander überraschen“, verlautbart Ahrens in einem Video. Ahrens hatte für die Idee 3000 Töpfe mit rund 10.000 Osterglocken besorgt. Interessenten konnten diese an diversen Standorten in Flensburg besorgen und Freunde, Verwandt oder wen auch immer schenken.

So geschah also das „jemand hier -extra für Sie-„, laut Fähnchen, am engmaschigen Mobilzaun an der Bahnhofsstraße Osterglocken eingepflanzte und Töpfe, bunt verziert, an den Zaun hängte. Dies sei „als Ostergruß“ gedacht. Als Hoffnungszeichen“. Eine Zeile tiefer in blau:

„Gerade jetzt: Liebe bleibt. Leben siegt. Licht leuchtet.

Daran glauben wir.“

Im Weiteren wird auf dem Osterfähnchen kurz beschrieben, was das Wort bedeutet. Sowas wie „der Feld und Mut behält“.

Die Botschaft klingt philosophisch, kann man differenziert sehn, wir erinnern: Rund 5 Monate hielten Linksradikale „Umweltaktivisten“ das „Feld“, hier, den im Investoren-Privatbesitz gehörenden Bahnhofswald, besetzt.

Bis – hier verkürzt wiedergegeben – die Staatsmacht das Feld buchstäblich räumte und die Radikalen verscheuchte. Nun kann das Feld, wie geplant und von der Stadt Flensburg gewollt, für ein Hotel und Parkhaus genutzt werden.

Nun kann mensch die Botschaft „der Feld und Mut behält“ so interpretieren, dass sie, die Radikalen und Freunde aufgefordert würden, „ihr“ Feld zu erhalten – oder gar zurück zu erobern? Zuzumuten ist denen alles.

Das klingt jetzt böse. Darf man das nicht? Wer anderen das Feld raubt, handelt böse. Auch in der Bibel wird so eine Geschichte erzählt, bei Kain und Abel. Also, darf man das Böse nicht als „Böses“ benennen? Nun, das sollen andere interpretieren.

Bääm, äh?

Der ungeduldige Leser wird sich nun auch die Frage stellen, was bedeutet „Bääm„? Zunächst muss die Frage geklärt werden, wird’s mit einem „ä“ oder zwei „ä“ geschrieben? Das ist ungeklärt – und fast egal. Im Focus steht, das das Internet unser Deutsch eh verhunzt.

Allgemein bekannt ist, dass Bäm mit einem „ä“ ein lautmalendes (onomatopoetisches) Wort ist und zur Jugendsprache gehört)e). Es bedeutet so viel wie „cool oder „endgeil“.

Es stand 2009 auf Platz 2 der Jugendwort-Aktion des Langenscheidt-Verlags. Wie fast alle Jugendworte war „bä(ä)m“ umstritten, denn viele Jugendliche benutzen das Wort nicht oder kennen es gar nicht. Der Verfasser dieser Zeilen – muss er zugeben – auch nicht.

„Osterfähnchen“ – was bedeutet das?

Genau genommen ist die Geschichte der Osterfähnchen, anders als auf dem Fähnchen der Evangelischen Kirche Flensburg zu lesen, ein wenig länger.

Der Brauch der Osterfahne hat seinen Ursprung bereits im 9./10. Jahrhundert. Seit dieser Zeit kennt die Kirche Fahnen für liturgische Zwecke, die den Triumph Christi und der Heiligen symbolisieren.

Ursprünglich war die Oster- bzw. Auferstehungsfahne ein rotes Velum (Schal), mit dem das Kreuz an Ostern geschmückt wurde (ähnlich dem römischen Feldzeichen nach einem Sieg).

Daneben entwickelte sich im Laufe der Jahre die heute typische Osterfahne: Eine Fahnenstange mit Querstrebe, an welcher ein Tuch herabhängt.

Traditionell kennt man für Osterfahne zwei Motive, wobei beide den Triumph Christi über den Tod ausdrücken: Christus als der Auferstandene, der mit seiner Hand das Siegeszeichen macht.