Flensburg: Unternehmer machen auf prekäre Lage aufgrund von Corona-Maßnahmen aufmerksam

Ca. 50 Menschen nahmen am Mittag des 15.04.2021 teil auf einer Veranstaltung und Kundgebung von Unternehmer auf dem Flensburger Südermarkt. Eingeladen hatte Jens Drews, Unternehmer und Vereinsvorstandsvorsitzender der Flensburger Gilde e.V. Die Demonstrationsveranstalter machten auf ihre prekäre Lage aufgrund von Corona-Maßnahmen aufmerksam. Unter den Zuschauern weilten bekannte und umstrittene Flensburger Köpfe

Zu diesen dürften zum einen die als politisch scharf links einzustufende Vollzeitaktivistin und Autorin Hanna Poddig zählen, die mit zu den Besetzern des Flensburger Bahnhofswaldes (Ok. 2020 bis Feb. 2021) gehörte.

Diese schuf Aufmerksamkeit auf dem Südermarkt durch ständige Zwischenrufe. Sie kritisierte dabei die Partei „Die Basis“, die sie als Corona-Leugner und Verschwörungserzähler bezichtet.

Marc Paysen (i. B. li.),  David Claudio Siber

Zum anderen waren, wie auch auf einer gleichen Veranstaltung vor wenigen Wochen, am 25. März, auf dem Südermarkt Personen zu sehen, die politisch schwer einzuschätzen sind.

Hier sei der Flensburger Ex-Grünen-Politiker David Claudio Siber genannt, der mittlerweile Bundeskoordinator besagter Partei „Die Basis“ ist. Die Partei wird mit Vorwürfen konfrontiert, sie habe „Anhänger von Verschwörungserzählungen, Virus-Leugner, Extremisten“ in ihren Reihen.

Politwissenschaftler wie Thomas Bräuninger und Marc Debus kommen zu den Urteil, dass „die Partei… im Parteienspektrum nicht eindeutig verortbar“ (sei).

Dennoch stuften sie pauschalen Aussagen aus der Partei „Die Basis“ als populistisch ein, wie diese: die Politik habe sich von den Bürgern entfremdet, sie werde von den Interessen großer Konzerne gelenkt und es gebe eine Aushöhlung des Rechtsstaats. (Quelle)

Im Weiteren sei der Flensburger Politiker Marc Paysen (i. B. li.) genannt, der Fraktionsvorsitzender in Flensburger Rat der Partei „Flensburg Wählen“ ist. Dieser sieht sich Kritik wegen politisch befremdliche Aussagen entgegen, um die es auch schon Eklats im Flensburger Rat gab. 

In Sachen Corona brachte Paysen mit seiner 2-Mann-Fraktion „Flensburg Wählen“ vor kurzem einen fragwürdigen Antrag ein: Die Stadt solle zur Einhaltung des „Nürnberger Kodex‘“ von 1947 verpflichtet werden. Info:

Dieser Kodex soll nach den Menschenversuchen der Faschisten medizinische Experimente nur mit Einwilligung der beteiligten Personen ermöglichen (Quelle).

Jens Drews

Für die Veranstaltung auf dem Südermarkt gab sich der Flensburger Unternehmer und Vereinsvorstandsvorsitzender der Flensburger Gilde e.V., Jens Drews verantwortlich. Auch dieser steht in der Kritik.

Jörg Pepmeyer, Blogger, kritisierte auf seinen Blog, dass Drews auf die Unterstützung der neuen Partei „die Basis“ setze. Das sei „sicherlich nicht die klügste Idee“.

Ein paar Worte über Blogger Pepmeyer. Dieser wird, wie eine Informantin erzählt, als ein „Spalter“ und „Hetzer“ betitelt. Seine Kritiker, wie den Verfasser dieser Zeilen, diffamiert er öffentlich. Dass Pepmeyer die als politisch rechtsradikal einzuschätzende Autoren der Betreiber „Subtilus“ auf seinem Blog Raum für dessen Parolen bietet, spricht Bände.

Organisator Jens Drews ging in seiner Rede auf die üblichen und bereits bekannten Flensburger Probleme ein: Einzelhandel, die Gastronomie und Hotellerie, Veranstalter, Solo-Selbstständige und viele weitere Betriebe leiden unter den besonderen Rahmenbedingungen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus.

Er nannte das Tübinger Model als einen „Lösungsansatz“ und lobte die Vorgehensweisen dort, „um mit der Pandemie umzugehen und die regionale Wirtschaft zu unterstützen.“

Drews (Zitat Facebook): „Eine spürbare Solidarität durch die Stadt Flensburg zu erfahren und einen Mehrwert für die Gesellschaft und Bürger zu schaffen sowie Flagge in der schwierigen Zeit zu zeigen, scheint absolut visionär. 

Sämtliche Vorschläge zur finanziellen Entlastung der betroffenen Unternehmen wurden negativ beschieden. Als Beispiel seien die Parkgebühren, die Bettensteuer oder Heizpilze genannt.

Wir geben den Parteien der Ratsversammlung die Gelegenheit ihre Positionen und Entscheidungen in Gegenwart der Unternehmer und Kaufleute zu vertreten.

Als Vertreter der Stadt Flensburg sprach Hannes Fuhrig, Stadtpräsident der Stadt Flensburg. Fuhrig widersprach den Äußerung von Drews, die Stadt würde zu wenig tun.

Kay Richert, Politiker (FDP), MdL Schleswig-Holstein

Ferner hielt Kay Richert, Politiker (FDP) und Abgeordneter im Landtag  von Schleswig-Holstein eine Rede. Er bat um Verständnis für Unternehmer, Mitarbeiter, die leidenden Kinder und Schüler/innen, er bat um mehr Solidarität.

Gegen Ende der Veranstaltung entwickelte sich ein wortreicher Disput auf dem Südermarkt zwischen Drews, Richert und der „Vollzeitaktivistin“ Hanna Poddig. Wieder von ihr der immer gleiche  Vorwurf : Coronaleugnung, Verharmlosung, Kritik an der Nähe zur Partei „Die Basis“.

Drews bot ihr an, nach vorne zu kommen und dort in Ruhe zu reden statt ständig dazwischen zu brüllen.

Dem kam sie nicht nach, worauf Drews sagte, das jede Partei eingeladen sei, um an der Lösung des Pandemieproblems beizutragen. So habe er Vertreter aller Parteien des Flensburger Rats angeboten auf dem Südermarkt zu kommen um ihre Positionen zu vertreten.

Wieder gab es Protest von Hanna Poddig, worauf Drews ironisch entgegnete: „komm zu uns, wir alle haben dich doch lieb“.

Dann war Schluß. Nach ca. 40 Minuten beendete Drews die Kundgebung offiziell.

Ein paar abschließende Worte vom Verfasser: Er hat den Eindruck, dass viel Hass unter einigen Beteiligten herrsche, es brodelt bei manchen und manche Blicke sprachen Bände. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis aus Blicken und Gesten Taten folgen und Gewalt.

Das ist nicht alleine der Pandemie und dessen Folgen der Grundrechte-Einschränkungen geschuldet. Wer in seiner Erziehung und Kindheit Liebe, Wertschätzung und Achtung erhalten hat, kommt besser durch die Krise und achtet die Meinung anderer. Wer hasst, ist blind für das Leben, er hat keinen Respekt vor der Meinung anderer, nur seine Gesinnung zählt.

Dieses Land ist gespalten und je länger diese Krise dauert um so stärker wird die Spaltung durch das Land ziehen, die Demokratie unseres Landes steht auf dem Spiel. Weder radikale rechte Kräfte noch linke Radikale sind Demokratie-fähig oder willig. Im Gegenteil, sie wollen die Abschaffung des Systems.

Wer undemokratisch, gewaltvoll aufgewachsen ist, kann als Erwachsener nicht frei und kritisch differenzieren und handeln. Er wird von seinen Traumata und Emotionen getragen und steht unter der Gefahr, der extremen linken oder rechten Seite und Verschwörungserzählern zuzulaufen. Erziehung prägt Gesinnug.

Das sind Worte, die nicht jeder gerne hört – aber es ist wichtig dass sie genannt werden!