Unmut über politische Lage in Flensburg: Jens Drews: „Ich eröffne hiermit den Wahlkampf!“

„Wenn es keiner macht, ich eröffne hiermit den Wahlkampf in Flensburg!“, mit diesen Worten eröffnete der selbstständige Optiker und Kommunalpolitiker Jens Drews (im Bild) seinen Text bei Facebook. Und er äußert scharfe Kritik an Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) und an die Bundespolitik. Er schreibt: „Wir brauchen dringend jemanden mit Durchsetzungsvermögen und keine/n mit Ambitionen auf `Bundespolitik`

Weiter: „Unsere Stadt ist wirtschaftlich (fast) hingerichtet!
Kaum Unterstützung aus dem Rathaus für die Wirtschaft.
Wen darf ich nun unterstützen?
Wir brauchen jemanden aus der Wirtschaft!
Wo ist der Vorschlag von CDU, FDP und SSW…
Wann beginnt in Flensburg der Wahlkampf?
Wer stellt sich nun Simone Lange?

Bei der Wahl zur Oberbürgermeisterin/zum Oberbürgermeister der Stadt Flensburg wurden folgende Ergebnisse 2016 erzielt (vorläufiges amtliches Endergebnis):
Jens Drews (parteilos).: 8,3%
Simon Faber (SSW): 22,8%
Simone Lange (SPD/CDU/Grüne): 51,4%
12.103 Stimmen
Kay Richert (FDP): 17,6%

Simone Lange hat damit im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit von mehr als 50% der abgegebenen Stimmen erreicht.
Der Amtsantritt erfolgt zum 15. Januar 2017

Wir von der Demonstration „Für Wirtschaft und Pflege“ kämpfen seid 05.01.2021 vor dem Kieler Landtag.

Meine aktuelle Rede auf dem Südermarkt:
Ich bin Unternehmer in dieser wunderschönen Stadt. Seit 15 Jahren Vorsitzender der Unternehmensgemeinschaft Flensburger Gilde. Wir, ich, sind das Herz der Innenstadt von Flensburg. Als ein Vertreter von über 50 Unternehmern in Flensburg, fordern wir von der Politik sofortige Hilfe. Baut mehr Teststationen in der Innenstadt auf.

Die meisten unserer Politiker in Flensburg sowie auch unsere OB Simone Lange sind nicht in der Lage sich in unsere Lage hineinzuversetzen. Uns kurzfristig zu helfen. Wir ertragen keine tröstenden Sprüche oder Lippenbekenntnisse mehr.

Wir Unternehmer brauchen gerade jetzt keine Signale von „Autofreier Innenstadt, Erhöhung der Parkgebühren, zusätzliche Verkehrsberuhigungs-Pläne `Bikelanes oder sonstiges.` Auch wenn sie für die Zukunft wichtig sein können…Das sind falsche Signale.

Ich appelliere an die Immobilienbesitzer.
Kurzfristige Mietminderungen oder Stundungen von Mieten helfen uns nicht mehr. Schaut euch um! Redet mit euren Mietern, macht akzeptable Vorschläge um die Zukunft gemeinsam zu gestalten, zu retten. Was nützen euch leere Innenstädte?

Flensburger Werft, Karstadt, IBM, Dänisches Bettenlager, unzählige Einzelhändler im HOLM und Große Straße haben viel Personal abgebaut, geschlossen oder schließen demnächst. In der Innenstadt spreche ich von ein paar Hundert Jobs die verloren gegangen sind.

Wenn der Lockdown oder Teillockdown bleibt..so sieht es ja noch für Wochen, Monaten aus, sind nur noch 60-70 Prozent der Geschäfte da.

Wir werden Jahre brauchen um die aufgelaufenen Defizite aufzuholen/wenigstens die anstehenden Kosten zu bezahlen und unser Personal zu halten.

Wir älteren Unternehmer können nun keine Rücklagen für eine Rente bilden. Unsere Ersparnisse sind für Existenzsicherung draufgegangen. Wir brauchen kurzfristig fühlbare Hilfe. Schnelle unkomplizierte finanzielle Hilfe vom Land und Staat.

Unfassbar, immer noch gibt es Unternehmer die auf die Novemberhilfe, Dezemberhilfe warten. Nicht mehr viel, aber es gibt sie. Ja, es wurden wenigstens Abschläge bezahlt. Und nun diese Ü3, Überbrückungshilfe 3.

Ein 70 seitiges Monstrum das unsere Steuerberater zu Höchstleistungen herausfordert. Nochmal Kosten für uns Unternehmer verursacht. Bis Maximal 90 Prozent der Fixkosten werden bezahlt. Wie soll das gehen? Wer bezahlt nun unsere Krankenversicherung, noch nicht einmal ein Unternehmerlohn ist in dieser Zahlung berücksichtigt worden. Wie sollen wir unsere Kühlschränke füllen.

Nun sollen wir Unternehmer in die Glaskugel schauen um zu sagen wieviel Umsätze wir bis Juni machen. Eine unglaubliche Forderung! Ich, wir, wissen es nicht!

Wir halten uns gewissenhaft an die geforderten Hygienemassnahmen. Haben Unsummen an Geldern in die Hand genommen um die Vorgaben zu erfüllen. Wir sind nachweislich nicht die Gefährder von Corona und wurden trotzdem geschlossen…

Warum darf die Gastronomie nicht öffnen?
Gerade die benötigen wir für ein bisschen Normalität auch für die Besucher unserer Stadt. Ohne Gastronomie auch keine Umsätze im Handel. Ich glaube wir müssen lernen mit diesem Virus zu leben.“ ## Ende Facebook-Text ##

Auch lesen:  Flensburg: Ladeninhaber beschwert sich über diese Maßnahme – und tritt eine Diskussion los! „Kämpfen um ihre Existenz“ (Link)